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Vom Pilgerort zum Wellnessmekka
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Wunderblutkirche St. Nikolai
August 1383: Raubritter hatten das Dorf gebrandschatzt. Die Trümmer rauchen noch, als dem Priester
von Wilsnack in den Überresten seiner Kirche das Wunder wiederfährt. Er findet drei mit Blut befleckte Hostien.
Rasch verbreitet sich die Nachricht. Der Bischof von Havelberg bestätigt die „blutenden“ Wilsnacker Hostien als Wunder.
Und schon bald strömen tausende Pilger hierher. In der Hoffnung auf Heilung und Straferlass nehmen sie dafür lange
Fußmärsche und hohe Abgaben für den Kirchenbau in Kauf. Bis ins 16. Jahrhundert ist Wilsnack einer der fünf bedeutendsten
Wallfahrtsorte in Europa. In dieser Zeit entsteht die eindrucksvolle Wunderblutkirche St. Nikolai. Groß wie ein Dom,
doch niemals fertiggestellt und deshalb ohne Türme, überragt sie die kleine Stadt.
Mit der Reformation nimmt die 160jährige
Wallfahrtsbewegung ein Ende: Vor versammelter Gemeinde verbrennt 1552 der erste evangelische Pfarrer beim Sonntagsgottesdienst die Reste der Wunderbluthostie.
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Der Pilgerort Heute
Heute macht das Städtchen in der Prignitz mit seinen alten Fachwerkhäusern vor allem als Kur- und Wellnessmekka auf sich aufmerksam. In den neu erbauten Thermen des Ortes bleibt kein Wunsch nach Erholung, Entspannung und Gesundung unerfüllt. Wer die entspannten Knochen bewegen möchte, der sollte einfach eine Radtour durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg machen.
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