Liebhaber bewundern den Metallglanz im Fell der Kinskys, wissen aber nicht genau, wie er entsteht. Die amerikanischen Wissenschaftler Fara Shimbo und Philip Sponenberg haben das Rätsel des Schimmers gelöst und machen die Haarstruktur dafür verantwortlich. Normale Pferdehaare reflektieren Licht nur an ihrer Oberfläche, wo es sich an der Haarrinde bricht. Es kann nicht durch das Haar scheinen, weil das Haarinnere fast völlig vom Haarmark ausgefüllt ist. Bei Kinsky Pferden ist das Mark extrem dünn, manchmal - wie beim Menschen - gar nicht vorhanden. Das beeinflusst Haarstruktur und Lichtbrechung. Zwischen dem dünnen Mark und der Haarrinde entsteht eine transparente Schicht, die das Licht wie ein Kristall bricht und zusätzlich reflektiert. Bei vielen Kinskys ist das ohnehin dünne Mark außerdem zerbrochen und liegt in kleinen, voneinander getrennten Fragmenten im Haarschaft. Diese Bruchstück vergrößern die lichtbrechende Oberfläche zusätzlich. Bei einem dezent schimmernden Pferd haben etwa 20 bis 30 Prozent seiner Haare diesen Defekt. Gleißt das ganze Pferd, haben 60 bis 90 Prozent seiner Haare zerbrochenes Mark. Ursache für die veränderte Haarstruktur ist eine Genmutation. Sie kommt bei allen Pferden vor, die metallen schimmern - also auch bei einigen Arabern, Vollblütern, Terskern (Silberschimmer) oder Budjonnys. Am intensivsten ist die Metallfarbe beim Achal-Tekkiner und Kinsky.
Aus Pferdebörse 6/7 01 von Maria Schönwald
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